Kirche 2 - Gemeinde Saaleplatte

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Kirche 2

Ortsteile > Wormstedt > Ortsgeschichte

In den Gräbern wurden die zum Teil noch gut erhaltenen Überreste, auch Schmuckstücke der Beigesetzten gefunden. Das Seidenkleid einer Frau war gut erhalten, zerfiel aber bald an der frischen Luft.

Eine durchgreifende Erneuerung der Kirche fand im Jahre 1884 unter Pfarrer Weilinger und folgenden Mitgliedern des Kirchengemeindevorstands:

  • Lehrer Würzbach,

  • Bürgermeister Putsche,

  • Louis Koch, Wilhelm Putsche und den Stellvertretern

  • Wilhelm Rödiger und

  • Friedrich Wohlgezogen statt.


Das Gotteshaus verdankt jenem Jahre besonders die weitere Vermehrung des Lichtes, neue Kirchenstühle, Glastüren gegen Zugluft und die Erneuerung des Anstriches. Bei Anlage der Kirchenheizung wurde im Jahr 1934 ein Kindergrab freigelegt. Beweise christlicher Wohltätigkeit hat die Kirche immer erfahren. Der von der Mitte der hohen Kirchendecke herabhängende schöne Kronleuchter, eine Stiftung der Familie Treuter-Schmidt, ursprünglich für Kerzenbeleuchtung eingerichtet, wurde, wie die ganze Kirche im Jahre 1928 mit elektrischem Licht versehen.

Das an der Seite rechts vom Altar angebrachte Christuskreuz, eine alte Holzschnitzerei ist auf dem Kirchenboden gefunden worden und durch Pfarrer Kögler von einem Künstler 1929 restauriert worden. Die Kleinglasscheiben in den hohen Kirchenfenstern sind vom Glasmaler Sänger aus Weimar eingesetzt worden. Die zu beiden Seiten angebrachten Bilder (links und rechts der Kanzel) die Engel Gabriel und Michael darstellend, besorgte 1935 Pfarrer Kalbe. Kunstmalerin Frau Woloschina hatte sie ausgeführt.

Am Sonnabend, dem 3. September 1972 wurden die beiden, der Gemeinde 83 Taler kostenden Gedenktafeln, von schwarzem Marmor eingeweiht. Auf einer der Tafel wurden die im Kampfe gegen Frankreich Gefallenen und auf der anderen die glücklich Heimgekehrten Wormstedter verzeichnet.

Am Totensonntag 1920 wurde eine granitene Ehrentafel für die Gefallenen des Dorfes aus dem 1. Weltkrieg geweiht. Sie fand ihren Ehrenplatz von 1870/71.

An die im 2.Weltkrieg gefallenen Wormstedter erinnern die an den Emporen aufgehängten Kränze und eine am 1. Adventsonntag 1951 aufgestellte und mit gottesdienstlicher Feier eingeweihte Tafel, in Holz ausgeführt vom Stellmachermeister Otto Unruh und beschriftet vom Malergesellen Herbert Hahn. Sie führt 32 Namen auf und mahnt die Gemeinde bei jedem Kirchenbesuche, immer ihrer Lieben zu gedenken, die ihr Leben in dem wahnsinnigen Hitlerkrieg lassen mussten.

Zu erwähnen wäre noch ein im Herrenstuhl aufgehängtes Ölgemälde, das einen Herren von Milkau darstellt, ein Lutherbild auf der Orgelempore und ein Altarkreuz in der Sakristei. Auf dem Kirchhof steht eines der ältesten Zeugen Wormstedts ein aus Stein gehauenes Taufbecken, das aus dem 12. Jahrhundert stammen kann.

Etwas über die Baumaßnahmen zur Erhaltung der Kirche wird in einem Bericht, der in Anwesenheit vieler Einwohner und einer Turmbaubrigade in den Turmknopf getan wurde, laut: "Es gehört Mut und Verantwortung dazu, dass unsere Kirche nach dem Willen der überwiegenden Zahl der Einwohner von Wormstedt wieder instand gesetzt werden soll. Zur Zeit bietet sie einen trostlosen Anblick im Innern und auch außerhalb. Sie wäre wahrscheinlich so dem Verfall preisgegeben. Kirchliche Handlungen, wie Gottesdienste, Taufen, Hochzeiten und andere finden deshalb im Pfarrhaus in einem hierzu eingerichteten Gemeinderaum statt.

Die Ursachen des Verfalls sind vielfältiger Art. Der Hauptgrund ist das viele Jahrzehnte verflossen sind, ohne einen Anfang zur Erhaltung zu machen. Auch 2 Weltkriege 1914/18 und 1939/45 mit ihren Auswirkungen sind daran mit Schuld. So müssen wir es der heutigen Generation als Ehre anrechnen, dass sie sich verpflichtet fühlt, zur Erhaltung und Wiederherrichtung des ehrwürdigen Bauwerks mit beizutragen".

So wurde bereits gegen Ende des Jahres 1984 der Turm eingerüstet und am 13. März 1985 war es soweit.

 
Suchen
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü