Kirche 1 - Gemeinde Saaleplatte

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Kirche 1

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Der Bau der jetzt stehenden Kirche ist angefangen worden im Jahre 1617, ein Jahr vor Ausbruch des 30jährigen Krieges.

Im Jahre 1622 ist er vollendet worden, zur Zeit als Christoph von Wolframsdorf Besitzer des hiesigen Gutes war. Ob der 30jährige Krieg mit seinen Schrecknissen und Verwüstungen, die er überall in unserem Vaterland verbreitete, verursacht haben, dass 5 Jahre an derselben gebaut wurde, oder ob andere Ursachen hinderlich gewesen sind, ist bei dem Mangel an Nachrichten aus dieser Zeit nicht auszumachen.

Der steinerne Westturm, 33 Meter hoch, stammt aus der Übergangszeit, dem Übergangsstil (Romantik-Gotik) um 1200. Er geht oben ins Achteck mit Schweißkuppel, Laterne und Helmspitze über.

Berühmt ist die weite Aussicht vom Turm aus. Schiff und Chor sind in spätgotischer Bauweise ausgeführt (Spitzbogenfenster). Nördlich von Chor befindet sich ein rechteckiger Sakristeianbau, der so genannte Herrenstuhl. Das Innere birgt die Reste eines Sakramentsschreines. 1717 ist die Kirche renoviert worden.

Was späterhin an den Gebäuden der Kirche getan wurde, ist geringfügig. Es gereicht den damaligen Bauherren zu Ehre, dass sie so fest und dauerhaft gegründet wurde. Doch ist zur Erhaltung und Verschönerung immer einiges getan worden. Die Kirchturmkuppel ist später neu gebaut und die ganze Kirche im Jahre 1781 berappt worden. Nachdem die Kirche im Jahre 1803 einen bedeutenden Geldverlust durch Diebseinbruch erlitten hatte, wurde ihr Erstattung und Verschönerung zuteil, in dem die damalige Gutsbesitzerin Frau von Milkau eine schöne gezierte Bekleidung für Kanzel und Altar schenkte. Die jeweiligen Gutsbesitzer waren Patronatsherren der Kirche. Über den Kirchendiebstahl wird folgendes berichtet:

"1803, den 24.Juli, oder am 7. Trin.-Sonntag früh, wurde der Altarmann Adam Rödiger gewahr, daß das Kirchengewölbe erbrochen und das vorhandene Geld an der Summe 132 STh. diebischerweise entleert worden".

Im Juli 1812 wurde die Kirche inwendig am Mauerwerk ausgebessert und geweißt. Im Jahre 1817 erfuhr die Abendseite des Turmes und der Turmknopf eine bedeutende Verbesserung. Am 31. Juli diesen Jahres wurde der neue Turmknopf, in welchem die gewöhnlichen Münzen nebst Denkschrift untergebracht wurden, mit kirchlicher Feierlichkeit aufgesetzt. Die Spindel der Fahne war durch Nässe abgefault, so dass sich die Fahne senkte. Es musste also der Knopf heruntergenommen, eine neue Spindel aufgepfropft und wieder aufgesetzt werden.

Bei dieser Gelegenheit wurde zugleich an der Abendseite des Turmes von zwei Ecken der alte Schiefer mit den verfaulten Brettern abgenommen und diese Seite mit neuen Brettern und Schiefer wieder gedeckt. Die Wetterfahne wurde wieder aufgesetzt. In ihr sind die Jahreszahlen 1618 und 1817 zu lesen.  

Zur Feier des 200-jährigen Jubiläums der Kirche wurde das Oberkonsistorium um Erlaubnis gebeten, das Kirchweihfest 14 Tage früher, also diesmal am 15. Oktober zu feiern. Dieses Jubiläumskirchweihfest wurde um so froher und dankbarer begangen, da das Gotteshaus eine wesentliche Verbesserung erfahren hatte und die dazu nötige Arbeit vollbracht worden war.Es waren nämlich auf der Mitternachtsseite der Kirche zwei neue Fenster durchgebrochen, die übrigen erhöht oder wenigstens mit neuen Scheiben versehen worden. Daher hatte die vorher dunkle Kirche sehr an Licht gewonnen. Die an der Nordseite angebrachte Jahreszahl 1840 will wohl besagen, dass Turm und Kirche in diesem Jahre abgeputzt worden sind.  

In den achtziger Jahren, genau 1879, wurde das Innere der Kirche renoviert. Die Gräber der in der Kirche beigesetzten Patronatsherren und Geistlichen wurden entfernt und die Grabdenkmäler aus Sandstein an die äußeren Kirchenmauern gesetzt.

 
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