Gastwirtschaft - Gemeinde Saaleplatte

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Die Gemeindeschänken verpachtete die Gemeinde. Vom Jahre 1711/12 liegt ein Pachtvertrag mit den Wirten Heinrich Roselt, Barthel Zöpteritz, Christian Koch und Tobias Hans im Archiv vor. Im Jahre 1766 wird im Verzeichnis der Schulknabe, ein Gottlieb Rudolf Filius, als Wirt genannt. 1792 bricht Feuer in der Scheune des damaligen Schankwirtes Danile Putsche aus.

Unter den Belegen zur Gemeinderechnung vom Jahre 1815 befindet sich eine Rechnung vom Schankwirt Christian von Hönning, über ausgegebene Getränke an durchziehende Soldaten.

Wie verpachtet wurde zeigt folgender Pachtvertrag zwischen der Gemeinde und Johann Christoph Sorge:

"Am 19.April 1826 erschien nach einem zuvor eingereichten Aufsätze mündlich geladen vom Großherzoglichen Justizamt, der Ehrenrichter Christoph Koch, der Gemeindeschöppe Gottfried Hans, Verpächter ingleichen Johann Christoph Sorge, Abpachter, sämtlich aus Wormstedt".  

Der übergebene Aufsatz, welcher wörtlich lautet:  

"Es verpachtet die Gemeinde die ihr die ihr zustehende Schankgerechtigkeit mit Inbegriff der von Großherzoglichen Regierung zu Weimar, dem jeweiligen Schankwirt gnädigst zugestandene Concession auf Materialwarenhandel, auf drei Jahre, nämlich von Walpurgis 1826 bis 1829 an Johann Christoph Sorge. Für diese gepachteten Gerechtigkeiten ist Abpachter verbunden, der Gemeinde jährlich Neun Thaler courent Geld als Pacht zu zahlen, auf der Gemeinde jährlich vier Tonnen Bier und für allemal 1 Tonne als Leihkauf, wenn sie solche verlangen zu verabreichen. Weiter verpflichtet sich der Wirt, alle Abgaben an das Rentamt und an die Kammer zu übernehmen. Anstatt einer Kaution haftet er mit dem gesamten eigenen Vermögen. Bei Zusammenkünften der Gemeinde hat er unentgeltlich eine Stube zur Verfügung zu stellen. Er hat auf gute Getränke zu halten, und vor allem auf Licht und Feuer achtzugeben, daß keine Unglücke geschehen".

1831 gibt Heinrich Putsche die Schankenpacht gegen Entschädigung an den Wirt Chr. von der Gönne ab.

Die Gastwirtschaft wurde im Gutsgebäude eingerichtet.
Der Tanzsaal lag über dem Pferde- und Kutschenstall und war von der Straße her durch das Borngässchen über eine Außentreppe zu erreichen.

1870 wurde der neue, der heutige Gasthof, mit geräumigen Gastzimmern, Warenladen, großem Tanzsaal und Vereinsstube im ersten Stock erbaut. Da sich nicht gleich ein Pächter fand, bewirtschaftete der alte Wirt den neuen Gasthof selber noch ein viertel Jahr. Von 1871 bis 1874 war Niedermeier, von 1874 bis 1878 Gilland Pächter.

Ein schmiedeeisernes Gasthausschild mit einer vollen Traube lud Wanderer und Gäste ein, sich wohl zufühlen im "Gasthaus zur Erholung".

1878 übernahm die Bewirtschaftung der Brauereibesitzer Oskar von der Gönne. Er kaufte das Gebhardsche Anwesen dazu und baute dort die Kegelbahn und die Niederlage für den Landwirtschaftlichen Verein. 1881 wurde der Pferdestall überstockt und die Torfahrt überbaut.

1906 aus Anlass des 50jährigen Bestehens des Landwirtschaft Vereins, wurde der Anbau, die Jägerstube und darüber die Bühne an den Saal gebaut. 1928 konnte der Wirt Oskar von der Gönne mit seiner Frau Therese im Kreisezahlreicher Kinder und Kindeskinder das Fest der Goldenen Hochzeit, ein Jubelfest, an welchem die gesamte Gemeinde Anteil nahm, begehen.

1929 übernahm der Sohn Hermann das Erbe bis 1936, als er starb. Der alte Wirt Oskar von der Gönne starb 89jährig am 9. April 1944. Seit 1936 führt sein Enkel Robert von der Gönne die Gastwirtschaft. Über 100 Jahre lag die Bewirtschaftung der Gastwirtschaft in dieser Familie.

Die Fotos wurden freundlicherweise von H. Noffke zur Verfügung gestellt.

 
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