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Geschichtsverein Münchengosserstädt

Zur Erinnerung an Friedrich und Ernst Förster aus Münchengosserstädt

Im Jahre 1787 war die Pfarrstelle in Münchengosserstädt neu zu besetzen.

In das Pfarrhaus zog der Pfarrer Carl Christoph Förster mit seiner Ehefrau Louise Henriette ein. Ihr Umzug erfolgte kurz nach ihrer Vermählung in Altenburg. Carl Christoph Förster war bis zum Jahre 1800 als Seelsorger in Münchengosserstädt tätig.

Ihm und seiner Ehefrau wurden in Münchengosserstädt die Söhne Friedrich (1791 - 1868) und Ernst (1800 - 1885) geboren.

Beide sind im 19. Jahrhundert in vielfältiger und bemerkenswerter Weise in ihrem künstlerischen und schriftstellerischen Schaffen in Deutschland hervorgetreten.Auch heute ist es noch reizvoll, sich ihren Werdegang und Wirken zu vergegenwärtigen.


Friedrich, der Ältere, verlebte seine Kindheit von 1791 - 1800 in Münchengosserstädt. In diesen Jahren empfing er hier seine ersten prägenden Eindrücke durch das Elternhaus, die Schule und das dörfliche Leben in seinem Heimatort.

Nach dem Besuch des Gymnasiums in Altenburg bezog er im Jahre 1809 die Universität in Jena, um Theologie zu studieren. Auf einer Reise nach Dresden lernte er Theodor Körner kennen. Eine enge Freundschaft verband die beiden seit dieser Begegnung. Wie Körner trat auch er 1813 in das Lützowsche Freikorps ein, um das Vaterland von der französischen Fremdherrschaft zu befreien. Bald zum Offizier befördert , nahm er am gesamten Befreiungskrieg bis zum siegreichen Ende 1815 teil.

Danach ließ er sich in Berlin nieder und wurde als Lehrer an der Ingenieur - und Artillerieschule in Berlin angestellt.

Weil er in verschiedenen Zeitschriften gegen die Reaktion Stellung bezog, wurde er alsbald als unliebsamer Staatsdiener aus seiner Stellung entlassen und eine anstehende Karriere an der Berliner Universität wurde ihm verwehrt.

Er fiel der nach 1819 einsetzenden Demagogenverfolgung zum Opfer und konnte nun seinen Lebensunterhalt nur Dank seiner regen schriftstellerischen Tätigkeit bestreiten.
Er betrieb umfangreiche Studien, die ihren Niederschlag in zahlreichen historischen Werken fanden.

Dem Freundeskreis des Philosophen Hegels schloss er sich an und wurde später der Mitherausgeber dessen Nachlasses in 40 Bänden.
Die preußische Regierung konnte sich nicht länger seinem Wirken verschließen und ernannte Friedrich Förster im Jahre 1829 zum Königlich-Preußischen Hofrat. Bald darauf erhielt er eine Anstellung an der Kunstkammer in Berlin.

Seine gesicherten Verhältnisse ermöglichten ihm, dass er sich ganz der historischen Schriftstellerei widmen konnte.

In den Jahren 1840 - 1850 entstand sein umfangreichstes Werk "Neue und neuere Preußische Geschichte" in 7 Bänden.

Noch kurz vor seinem Tode im Jahre 1868 besuchte er seinen Heimatort Münchengosserstädt und übergab der Schul- und Kirchbibliothek seine dreibändige Geschichte zu den Befreiungskriegen 1813 - 1815 mit folgender eigenhändigen Widmung:

"Dem stillen Haus, wo meine Wiege stand,
Wo mich der Mutter liebevolle Hand
Mit zarter Sorge hegt' und pflegte,
Dem Baum- und Saatenreichen Ort,
Wo in des Knaben Herz des Vaters Wort
Den Keim für Wahrheit und für Freiheit legte,
Ihm sei von mir aus Dankbarkeit
Dies Werk, von mir verfasst, geweiht !
Auf ! Blüh' und grüne fort, so früh wie spät,
Mein liebes Münchengosserstädt!"

Der Lebenslauf von Ernst Förster ist nicht minder interessant.

Auch er ging in Altenburg zur Schule. Von 1818 ab studierte er in Jena Theologie und Philosophie.

Das Studium setzte er in Berlin fort, wo er bei dem Bruder Friedrich weilte.
Auf einer Reise nach Italien, die ihn auf der Rückkehr nach München führte, lernte er den bekannten Maler Peter Cornelius kennen. Dieser erkannte sein künstlerisches und zeichnerisches Talent. Auf dessen Rat bildete Ernst sein malerischen Können unter seiner Leitung aus. Er malte unter anderen Fresken in der Aula der Bonner Universität sowie in den Arkaden am Hofgarten in München. Später wandte er sich von der Malkunst ab, um sich kunsthistorischen Forschungen zu widmen.

In den folgenden Jahren ließ er sich in München nieder, nachdem er sich 1826 mit der Tochter Er befasste sich mit der Kunst der italienischen Renaissance, zum Beispiel in den "Beiträgen zur neuen Kunstgeschichte", wofür ihm 1831 von der Universität in Tübingen der Doktortitel verliehen wurde.

Reich ist sein weiteres schriftstellerisches und künstlerisches Schaffen in München. So sind seine Werke zur Geschichte der deutschen und zur italienischen Kunst besonders zu erwähnen.

Auf seinen umfangreichen Reisen, die ihn mehrfach nach Italien sowie nach Belgien, Holland und England führten, hat er eigenhändig zahlreiche Kunstwerke gezeichnet.

Diese Zeichnungen waren die Grundlage für sein umfangreiches 12-bändiges Werk "Denkmale der deutschen Kunst". In einer Zeit, wo es noch keine technischen Abbildungen gab, war dieses Werk von besonderem Wert, einem breiten Publikum die vielfältigsten Kunstwerke bildlich nahe zu bringen.Neben seiner kunsthistorischen Tätigkeit war er literarisch bei der Herausgabe der Werke des Dichters Jean Paul tätig.

Die Brüder Friedrich und Ernst Förster haben, aus dem kleinen Ort Münchengosserstädt in der Mitte Deutschlands stammend, der eine im preußischen Berlin, der andere im bayrischen München das Kultur- und Geistesleben im 19. Jahrhundert maßgeblich mitgestaltet.

Dies ist auch der Anlass, dass sich der im Jahre 2003 gegründete "Geschichtsverein Münchengosserstädt e. V.", zur Aufgabe gemacht hat, neben der Erforschung der Ortsgeschichte das Leben und Wirken der beiden Försters ihrer Vergessenheit zu entreißen.

Eine kleine Ausstellung in den Räumen des Pfarrhauses in Münchengosserstädt, dem Geburtshaus von Friedrich und Ernst Förster, soll einen Einblick in deren Schaffen geben.

Im Jahre 2004 wurde der Raum zur Erinnerung an Ernst Förster eingerichtet. Der 215. Geburtstag Friedrich Försters am 24. September 2006 wird der Anlass sein, auch ihm eine kleine Ausstellung zu widmen.

Besonderes Augenmerk wird dabei darauf gelegt, dass Friedrich Förster als Offizier des Lützowschen Freikorps am Befreiungskampf gegen die napoleonischen Truppen in den Jahren 1813 - 1815 aktiv teilnahm.

Die Erfahrungen in diesen Kriegstagen haben ihren Niederschlag in vielen seiner Werke gefunden.

Folgender Ablauf ist für die Eröffnung der Ausstellung zu Friedrich Förster am 24. September 2006 in Münchengosserstädt vorgesehen:

  • 14 Uhr Feierstunde in der Kirche in Münchengosserstädt

  • 15 Uhr Eröffnung der Ausstellung in den Räumen des Pfarrhauses

  • Ein Biwak mit Lützower Jägern aus dem Verein der Lützower Jäger aus Jena werden mit ihrem Aufmarsch das Geschehen im Pfarrgarten umrahmen.

  • Für eine Bewirtung ist gesorgt.


Diese DVD ist über den Geschichtsverein zu beziehen.

 
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