Förster-Haus - Gemeinde Saaleplatte

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Aus der Arbeit des Geschichtsverein Münchengosserstädt e. V.:  
- Gedenkstätte Friedrich und Ernst Förster -


Gemäß § 2 der Satzung des Vereins wurde der Verein von geschichtsinteressierten Bürgern zur "Förderung der Heimatkunde" unter dem Aspekt der weiteren Forschung zur örtlichen Geschichte unter der besonderen Berücksichtigung des Wirkens der Brüder Ernst und Friedrich Förster gegründet. Sie lebten hier in der Pfarre als Kinder und hatten später einen großen Einfluss auf die deutsche Entwicklung im 19. Jahrhundert als Künstler sowie als Kämpfer gegen Napoleon unter den "Lützowern" und als Militärhistoriker. Zur Präsentation ihres Wirkens wurde Räume der Pfarre als Museum eingerichtet, in der auch Zeugnisse der Heimatgeschichte Raum finden.

Links: Die "Pfarre" als historisches Gebäude in zentraler Dorflage ist heute auch die Heimstatt des Vereins. Im Vordergrund ist die neu aufgestellte Tafel zum Wirken Friedrich Försters zu sehen.

Es ist dem Verein gelungen, nach Restaurierungsarbeiten in Zusammen-arbeit mit der Gemeinde, unter großzügiger Unterstützung durch die politische Gemeinde und durch Mittel der Sparkasse, das Gelände der Pfarre mit dem dazugehörigen Pfarrgarten wieder mehr in den Mittelpunkt des dörflichen Geschehens zu rücken. Feierlichkeiten, wie zum Beispiel das Maibaumsetzen, werden in Zusammenarbeit mit dem Heimatverein im Pfarrgarten durchgeführt und von der Bevölkerung gern angenommen. So wurde das Museum mit seinen Ausstellungen auch als Angebot zum gemütlichen Zusammensein und zur Wissensvermittlung entwickelt und eine Selbstverständlichkeit für jeden hier. Schwerpunkte sind jährlich immer wieder im Juni die "Nacht der Museen" sowie das "Offene Museum" im September, an denen wir als Verein teilnehmen und uns präsentieren.

Von herausragender Bedeutung für unseren Verein waren die Feierlichkeiten zum 200sten Jahrestages der Völkerschlacht bei Leipzig, an der auch Friedrich Förster indirekt mit beteiligt war und sein Wirken nun überregional neu bewertet wird. Unser Museum erhielt über den Verbund der beteiligten musealen Einrichtungen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen so eine  überregionale Aufwertung.

Dementsprechend wurden deutliche Landesmittel ab 2012 in die bauliche Sicherung der Pfarre sowie in den Ausbau der Räume - vor allem des Dachgeschosses - zur musealen Nutzung investiert. Die politische Gemeinde kaufte inzwischen das Gelände und das Gebäude von der Kirche ab. Die neuen Räume wurden offiziell an den Verein während  eines Festaktes zur Völkerschlacht anlässlich des Förster-Geburtstages am 21. September 2013 übergeben. Eine Tafel zum Wirken Friedrich Försters als Lützower und Historiker / Schriftsteller der Befreiungskriege wurde vor der Pfarre aufgestellt. Unser Bürgermeister Jörg Hammer, der Landrat Hans-Helmut Münchberg sowie weitere Gäste verschiedenster Vereine und Organisationen waren anwesend und besichtigten anschließend die neu gestalteten Räume und die Ausstellung. Unterstützung bei der Vorbereitung dieses Ereignisses erhielten wir vor allem vom Landratsamt Apolda, vom Verein "Institut für militärgeschichtliche Forschung Jena 1806" sowie vom Heimatverein Münchengosserstädts. Auch wurden Fördermittel der Sparkasse mit  eingesetzt.

Dies war der Schwerpunkt der aktuellen Vereinstätigkeit. Günter Wollmerstädt als damaliger Vorsitzender des Vereins führt auf Wunsch Gäste aus ganz Deutschland gern durch die Räume und erklärt die historischen Zusammenhänge im 19. Jahrhundert und auch die der Vorgeschichte vom Otto I über die Zeit der Wettiner bis in die Gegenwart hinein. Anfragen kommen vor allem aus dem Raum Berlin und München - eben aus den damaligen Wirkungsstätten der Förster-Brüder.

Münchengosserstädt gehörte einst mit zur Grafschaft Camburg und wurde lange von der Stadt  Camburg aus mit verwaltet. Mit dem dortigen Museum entwickelten sich enge Beziehungen. An vielen Veranstaltungen in Camburg nahmen auch wir aktiv teil durch eigene Beiträge zu den speziellen Themen - eben "aus der Sicht Münchengosserstädts".

Rechts: Neueröffnung der Ausstellungsräume - hier das neue Dachgeschoss - im September 2013

Die aktuellen Forschungen befassen sich wieder etwas mehr mit dem dörflichen Leben. In einer eigenen Ausstellung wird der Periode Flucht und Vertreibung um 1945 gedacht. Mitglieder des Vereins befassen sich mit der Historie des Handwerks und der Landwirtschaft. Familiennamen,  Gehöfte sowie deren bauliche Entwicklung spielen dabei eine große Rolle und werden dokumentiert. Recherchen in alten Zinsregistern der Kirche und des Amtes Camburg finden dazu statt. Eine Ausstellung in der Kirche des Dorfes zeigt die neueren Ergebnisse dieser Tätigkeit.

Ebenso gehört zur Vereinstätigkeit auch das Fortschreiben der Chronik Münchengosserstädts.  Auf einer Bilderwand in der Alten Schule werden das Jahr über aktuelle Fotos vom Dorfgeschehen präsentiert und so die Zusammengehörigkeit Geschichtsverein - Dorf aufgezeigt. Pünktlich zum "3." Weihnachtsfeiertag am 27. Dezember findet ein inzwischen zur Tradition gewordener Bilderabend statt, an dem das vergangene Jahr noch einmal in Erinnerung gerufen wird.

Die Erstnennung des Dorfes wird heute auf 957 datiert. Zu den Feierlichkeiten "1050 Jahre Münchengosserstädt" im Jahre 2007 war der Geschichtsverein ebenfalls intensiv mit eingebunden und gestaltete verschiedene Veranstaltungen über Lesungen, Bilderabende / Vorträge zur Historie des Ortes, Organisation des "Offenen Hofes" bis hin zum Historischen Markt als Höhepunkt des Festjahres gemeinsam mit dem Heimatverein. Eine Festschrift "Geschichte und Geschichtchen aus Münchengosserstädt" wurde federführend vom Verein ausgearbeitet, ebenso ein Satz Jubiläums-Postkarten, welche über den Geschichtsverein bzw. über den Ortsteilbürgermeister erhältlich sind.     

Der Pfarrgarten wurde ebenfalls neu im Rahmen der Umbauten gestaltet. Er wird von den aktiven Vereinsmitgliedern gepflegt und gehegt. So manche Veranstaltung klingt dort in der gemütlichen Sitzecke aus. Zum jährlichen Frühjahrsputz im Dorf wird auch dort der "Winter ausgetrieben".

Wir sind in den letzten Jahren mit Unterstützung der politischen Gemeinde, der Kirchgemeinde  und des Heimatvereins gut voran gekommen, unser geschichtliches Wissen zu bündeln, zu bewahren und weiterzuentwickeln. Es wird über das Museum würdig präsentiert und somit unsere Pfarre als dörflicher historischer Mittelpunkt in das Bewusstsein der Bürger gerückt.

Fotos und aufgeschrieben von Dr. Peter Mader, Kassenwart
Münchengosserstädt, im März 2016

Geschichtsverein Münchengosserstädt e. V. - Gedenkstätte Friedrich und Ernst Förster - Am Dorfplatz 61, 99510 Saaleplatte, OT Münchengosserstädt

Museumsrundgang als pdf-Download

 
 
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