Die Kirche - Gemeinde Saaleplatte

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Die Kirche

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Die evangelische Dorfkirche Münchengosserstädt steht im Ortsteil Münchengosserstädt der Gemeinde Saaleplatte im Landkreis Weimarer Land in Thüringen.

Geschichte
Die romanische Saalkirche mit Chor und Apsis wurde nach einem Brand 1643–1646 wieder aufgebaut und der Chor mit einem Turmaufsatz versehen. Die Fenster- und Türöffnungen sowie die Stützpfeiler am Turm sind jünger. Im Inneren befinden sich Ausstattungen aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Dreiseitige zweigeschossige Emporen besitzt das Gotteshaus im hölzernen Tonnengewölbe.

Der Kanzelaltar besitzt volkstümliche Schnitzfiguren, links Moses und rechts Jesus, über der Kanzel der Auferstandene.

Die Peternell-Orgel in Münchengosserstädt
Die Orgel auf der zweiten Empore ist von Karl-Friedrich Peternell aus Seligenthal hergestellt und aufgestellt worden.

Kurzbeschreibung des Instruments

Es handelt sich bei der Peternell-Orgel in der Dorfkirche Münchengosserstädt um ein fast original erhaltenes Werk.

Standort:

2. Empore Westseite

Erbauer:

Carl Friedr. Peternell / Seeligenthal bei Schmalkalden

Baujahr:

1852

Außenmaße:

H: 355 cm, B: 345 cm, T: 255 cm ohne Ped.

Prospekt:

7 Felder, Zink,  Prinzipal 8´

Anzahl der Werke:

3 (Hauptwerk, Oberwerk und Pedal)

Anzahl der Windladen:

2 mechanische Schleifladen

Trakturen:

mechanisch

Windanlage:

2 Keilbälge

Winderzeuger:

nicht vorhanden

Stimmung:

gleichstufig

Anzahl der Register:

14

Manualumfang:

C – e´´´

Pedalumfang:

C – d´

Die originalen Zinnpfeifen wurden durch Zink ersetzt. Die Orgel ist nicht mehr spielbar. Das Instrument ist zudem stark durch Holzwurmbefall gefährdet.

Disposition

Hauptwerk

C - e´´´

Oberwerk

C – e´´´

1. Principal

1. Liebl. Gedackt

2. Viola di Gambe  

2. Flöte dolce

3. Bordun  

3. Principal

 

4. Gemshorn  

4. Hohlflöte

5. Octave   

5. Cornett 3f

6. Mixtur 3f

 

Pedal C – d´

1. Subbaß  

16´

Pedalcoppel

2. Violonbaß     

16´

Calicantenzug

3. Principalbaß   

Manualcoppel

Schild von 1852 an der Peternell-Orgel in der Dorfkirche von Münchengosserstädt

Geschichte der Peternell-Orgel in Münchengosserstädt

Lange Zeit musste die Kirchgemeinde Münchengosserstädt auf eine neue Orgel warten. Da ein solches Instrument zur damaligen Zeit sehr teuer war und viele Umbauarbeiten in der Vergangenheit fast alle finanziellen Mittel verbraucht hatten, stand die Gemeinde vor einem Problem. Die zu der Zeit sich noch in Gebrauch befindliche Orgel war alt, und wenn man zeitgenössischen Berichten glauben kann, kaum noch zu bespielen. Sie war im Jahr 1707 alt und gebraucht aus der Kirche von Camburg gekauft worden. Kein Wunder, dass sie nicht mehr funktionieren wollte, nach über 150 Jahren!

Im Jahr 1820 spendete der Einwohner J. C. Traxdorf 100 Taler zur Gründung eines Fonds für eine neue Orgel. Aber erst um 1852 scheint genug Geld vorhanden gewesen zu sein, denn nach dem Bericht des damaligen Pfarrers Carl Hölzer, begannen die Arbeiten. Es mussten schließlich erst Vorarbeiten geleistet werden, wie Umbau der Emporen, um Platz und Deckenhöhe zu schaffen. Dazu musste die ganze Westempore geändert werden und der „Stuhl" des Ritterguts verlegt werden.

Mit der Erbauung der neuen Orgel wurde die Firma Peternell aus Seligenthal bei Schmalkalden beauftragt. Diese schloss die Arbeiten im Jahr 1854 ab. Zu den Kosten berichtet Pfarrer Hölzer: „Der Aufwand zur neuen Orgel wurde bestritten mit 300 Thlr. von der Fam. Traxdorf, mit 61 Thlr. gestiftet von C. Mylius, dem Sohne eines früheren Lehrers und den Gemeinden Münchengoserstädt und Döbritschen." (die Gemeinde Döbritschen war damals in der Münchengosserstädter Kirche mit eingepfarrt). Diese Orgel funktionierte nach Auskunft früherer Gemeindemitglieder hervorragend und hatte einen sehr guten Klang.

Bis etwa um 1957/1959 war sie voll funktionsfähig. Danach wurde sie kaum noch bespielt. Es folgte eine Zeit, in der kaum noch Gottesdienste gehalten wurden, es gab oft Pfarrerwechsel, Einbrüche, Zerstörungen, auch der Fenster. Der Verfall des Windwerks, Vogeldreck und eindringendes Regenwasser haben sicherlich zu dem heutigen Zustand dieses wertvollen Instrumentes mit beigetragen.

Inzwischen gibt es eine Initiative zur Restaurierung der Orgel. Das Projekt erfährt logistische und finanzielle Unterstützung durch Vereine wie den Heimatverein und den Feuerwehrverein sowie die politische Gemeinde. Unterstützend tätig sind auch Einzelpersonen wie Prof. Dr. Herbert Schmidt von der Musikhochschule Franz Liszt Weimar.

 
 
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